Meine Photokina 2018

Von wunderbaren Tagen, von großartigen Kollegen, von meiner Lieblingskamera und von unbändiger Vorfreude …

Meine Wenigkeit während meines kleinen Vortrages … Foto by Ralf Scherer

So, die Photokina ist gelaufen. Als Soul of Street-Team haben wir wundervolle Tage gehabt. Einen kurzen Bericht dazu findet der geneigte Leser im Blog auf der Seite von Soul of Street. An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen als Strassengeier schildern, denn das, was ich im letzten Post angerissen habe, hat sich rasend schnell weiterentwickelt. Ich bin PxP-Fotograf und habe auf der Messe meine Bilder, die ich mit der Ricoh GRII gemacht habe, vorgestellt.

… während der Messe, auf dem Weg zurück vom stillen Örtchen …

Am Freitag bin ich den SoS/Ricoh-Walk mitgelaufen. Ricoh hat uns für jeweils zehn Teilnehmer die GRII zur Verfügung gestellt, und es wurde getestet, was das Zeug hielt. Leider war der Walk, den ich mitgemacht habe, der einzige in den Messetagen, der wettermäßig eher ins Wasser fiel. Trotzdem war ich wieder einmal in großartiger Gesellschaft und konnte ein paar gelungene Bilder machen. Kurz vor dem Ende des Walks habe ich mich dann verabschiedet und bin in Richtung Messe verschwunden, denn ich hatte ja noch Großes vor. Am Messestand von Ricoh angekommen, war ich überwältigt. Das Logo von Soul of Street so groß, meine Bilder auf feinstem Papier gedruckt an der Wand hängend und meinen Namen mit ein paar Fotos in der Vorschau auf dem großen Flatscreen zu sehen … das war ein sehr besonderes Gefühl. Ein gewisser Stolz durchströmte mich, aber auch wieder Selbstzweifel, denn die Bilder der anderen Fotografen, die am Freitag ihre Arbeiten präsentieren durften, waren von enorm hoher Qualität, und auch wenn ich bewusst fotografiere und mir Gedanken mache was, warum und wie ich es aufnehme, so habe ich nicht oft den Eindruck, großartige Bilder zu machen. Ist halt so ein Ding bei mir, meine Aufnahme in den Pool der PxP-Fotografen war für mich schon ein überraschendes,  wundersames und wunderbares Erlebnis.

Die Gespräche mit den Fotografen waren einfach toll. Viele verschiedene Genres, viele verschiedene Herangehensweisen und viele verschiedene Ausrüstungen – und doch keinerlei Konkurrenz. Man sah sich die Vorträge seiner Mitstreiter an und sprach miteinander. Man lernte voneinander und ließ sich die Abenteuer, die man während des Fotografierens erlebt hatte, erzählen. Das Gefühl, in die Riege dieser tollen Fotografen und Menschen zu gehören hat mich sehr dankbar gemacht.

Lagen, eher untypisch für mich, aber man kann meine Ballkönigin ganz gut erkennen …

Um 15:00 Uhr war ich dann an der Reihe. Ich hatte mir so gar keine Gedanken gemacht und war eigentlich davon ausgegangen, dass ich nur für Fragen zur Verfügung stehen würde, wenn denn überhaupt Fragen aufkommen würden. Stattdessen stand ich auf einmal neben dem Flatscreen und erklärte meine Arbeit. Meine Tätigkeit als Lehrer war hier sicherlich von Vorteil, und so fühlte ich mich relativ schnell ziemlich wohl in meiner Rolle und habe irgendwann auch meine Komfortzone verlassen und über die tatsächlichen Hintergründe der Portraitserie und insbesondere der Serie “ich scheiß aufs Histogramm” gesprochen. Hat auch gar nicht weh getan …

Das Besprechen meiner Bilder mit den anwesenden Kollegen und Besuchern war wirklich ein absoluter Höhepunkt meiner Messerfahrung. Ich verzichte hier ‘mal ganz bewusst darauf, Namen zu nennen, denn ich habe Sorge, jemanden zu vergessen. Ich glaube aber, dass diejenigen, die mich besonders berührt haben, dies auch gemerkt haben. Liebe Menschen, ich habe Euch sehr genossen.

… während des Walks …

Der Abschluss des Tages verlief ebenfalls auf ganz besondere Weise. Nach kurzem Überlegen ging es in ein linkes Szenelokal mit veganem Essen. Als langjähriger Ex-Vegetarier weiß ich natürlich, dass die vegetarische Küche durchaus schmackhaft ist, konnte es jedoch nicht lassen, ein paar kleine kritische Anmerkungen zu machen. Gemein? Ja, ein bisschen, aber der Abend war so schön. Zwölf liebe und gute Menschen an einem Tisch, an dem normalerweise acht Personen Platz gefunden hätten, vegetarische Burger und Maniok-Fritten und dazu viel gute Laune … ein würdiger Abschluss des Tages.

Am Samstag ging es neben der Zusammenkunft der PXP-Fotografen vornehmlich um das Präsentieren des Magazins. Wir haben hier, so glaube ich behaupten zu dürfen, gute Arbeit geleistet. Wir haben viele Gespräche geführt, Menschen angesprochen, sind angesprochen worden, und ich hätte einem der Manager von Ricoh beinahe sein ordnungsgemäß erworbenes Exemplar von Soul of Street Nr 19 wieder entrissen, weil ich glaubte, er hätte es, wie manch anderer, als Werbegeschenk betrachtet und mitgenommen. Mehr dazu im Blog auf www.soulofstreet.de

Samstag Abend war jeder platt. Ich hatte arbeitsbedingt nur zwei der vier Tage mitgewirkt, war aber wegen der vielen Eindrücke und Erlebnisse, und meiner Neigung zu ungesunden Schuhen völlig fertig. Irgendwann hieß es dann Abschied nehmen. Das ging recht schnell und unspektakulär, denn das Ende der Messe bedeutet den Beginn der Schicht für die Messebauer, und die sind rigoros. Wenn man irgendwo falsch steht, wird man wahrscheinlich mit entsorgt. Als SoS-Team haben wir noch zusammen eine leckere und große, mit Schinken (echtem) belegte Pizza gegessen und uns mitreißen lassen von den Eindrücken. Recht spät war ich dann irgendwann zuhause und habe die Erlebnisse nachklingen lassen … und dieses Nachklingen klingt noch immer.

An dieser Stelle möchte ich etwas zu meinem Equipment sagen. Ich hatte eigentlich vor, diesen Blog nicht mit technischen Fragen zu füllen, dazu gibt es genug andere Websites. Dennoch haben die Ereignisse der letzten Wochen zu einer Entwicklung geführt, die ich doch in aller Kürze beschreiben möchte. Aufgrund meines Wissens um meine Teilnahme an der Messe am Ricoh-Stand, habe ich mich in den letzten Wochen intensiv und ausschließlich mit der GRII beschäftigt. Viel mehr als vorher habe ich Knöpfe belegt, Einstellungen getestet und fotografiert. Meine Erfahrungen, und natürlich die emotional Bindung angesichts dessen, was mir im Zusammenhang mit der Guten widerfahren ist, haben sie auf einen unumstrittenen ersten Platz in meinem persönlichen Ranking meiner Lieblingskameras katapultiert. Ich mag meine Olympus noch immer, vor allem der Touchscreen und die Gesichtserkennung (gut für Portraits) machen sie zu meinem Platz zwei. Das kompakte Format jedoch, die multiple Bedienbarkeit und die Qualität der Bilder, die die GRII liefert, machen sie zu meiner Nummer eins … bis Anfang 2019, dann kommt nämlich die GRIII, mit höher auflösendem Sensor, noch kleinerem Gehäuse und … ja genau, mit Touchscreen. Ich bin wahnsinnig gespannt und kann es kaum erwarten, sie in den Händen zu halten … naja, den Dummy durfte ich ja schon anfassen …

… leaving the Photokina …

Der geneigte Leser verzeihe mir meine ungewohnte Aussprache für eine bestimmte Kamera, aber ich versuche hier immer, ein relativ offenes Buch zu sein, und für das, was ich tue, und für das, was ich erlebt habe, ist die GRII meine Ballkönigin.

Ich bin dankbar für diese Tage auf der Messe und für das, was ich als PxP-Fotograf und Ricoh-Ambassador (so wurde ich in einem Facebook-Post von Pentax genannt – klingt toll, oder?) noch erleben darf. Ich freue mich auf alles, was da noch kommen mag und schaue, glaube ich, einer spannenden fotografischen Zukunft entgegen. Meine fotografischen Wünsche für 2019? Vielleicht etwas früh im Oktober, aber ich würde gerne so schnell wie möglich die GRIII testen, vielleicht irgendwann eine kleine Ausstellung machen und alle Leute wiedersehen, die mir auf der Messe begegnet sind. Zum Ende des Beitrages vielleicht noch die kurze Bemerkung, dass ich zuhöre, und so schnell wie möglich diese Site überarbeiten werde, um meine Bilder stärker in den Vordergrund zu rücken.

Die nächsten Tage sind allerdings ziemlich voll. Morgen früh, sehr früh, mache ich mich auf den Weg in die Normandie, nicht alleine, sondern mit Schülern. Das wird eine tolle Reise, mit Zeit zum Fotografieren natürlich. Ich werde zu gegebener Zeit davon berichten.

Vielen Dank allen, die mein Erlebnis Photokina 2018 so großartig gemacht haben, auch ohne Namen zu nennen, Ihr wisst, wen ich meine …

Der Strassengeier

2 Antworten zu “Meine Photokina 2018”

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