Vom Gewinnen, vom Verlieren, von Hoffnungen und Träumen … von Jahresrückblicken, vom Moment  und von 2018 …

Im Januar mit SoS in Arnhem, Niederlande

Irgendwie gehört so ein Jahresrückblick wohl zum Ende eines Jahres. Man kann dazu stehen, wie man will, irgendwann kommt der Moment, an dem man zurückschaut und gleichzeitig Pläne macht, bzw. darüber nachdenkt, was man sich für die nächste Zeit erhofft.

Bei Eiseskälte und ganz früh in Amsterdam – Februar

Ich hänge eigentlich nicht so gern in der Vergangenheit, wie den meisten Lesern wahrscheinlich bekannt ist, bin ich ein Mensch des Moments. Das ist natürlich eine gute Voraussetzung für einen Streetfotografen, hat aber in erster Linie mit meiner Sicht auf das Leben zu tun. Was war, kann ich nicht mehr ändern, und was kommt, weiß ich nicht … ich bin der festen Überzeugung, dass viele Probleme der Menschheit gar nicht existierten, würde man weniger in dem festhängen, was einmal war, oder den größten Teil seiner Zeit damit verbringen, Pläne zu schmieden für das, was möglicherweise kommt. Der Moment ist es, der gelebt werden will … und doch will ich, wie jedermann und wie jedes Jahr, den anstehenden Wechsel nutzen, um das Vergangene Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das Kommende zu wagen … genau genommen eine Momentaufnahme meiner Situation und der daraus resultierenden Möglichkeiten. Im Übrigen genieße ich diesen Moment sehr und nehme ihn sehr achtsam wahr …

März – mit Achim Katzberg in Duisburg – echtes Mistwetter

Ich habe das große Glück, dass ich rückblickend im Jahr 2018 fast nur Gewinnermomente hatte. Aus fotografischer Sicht hatte ich ein megagutes Jahr. Es begann mit meiner Mitarbeit bei “Soul of Street” seit Januar, wodurch ich die Gelegenheit hatte, tolle Fotografen und Menschen bei Ihrer Arbeit kennenzulernen und zu beobachten. Ich wurde PxP-Fotograf, war auf der Photokina präsent und habe mich sicherlich weiterentwickeln können. Das macht mich glücklich und dankbar, steht aber auch bereits in den letzten Beiträgen recht ausführlich beschrieben. Ich möchte mich deshalb an dieser Stelle kurz mit meinem größten Verlierermoment 2018 im Bereich Fotografie auseinandersetzte . Anfang Mai war ich wie jedes Jahr in Berlin. Berlin ist eine meiner absoluten Lieblingsstädte. London mag ich auch sehr, aber Berlin hat etwas, dass mich sehr in den Bann zieht. Das Wetter war wunderbar, ich war mit Reiner, Horst und Leon von SoS verabredet, und ich hatte buchstäblich alle Zeit, um viele Bilder zu machen. Doch alles kam irgendwie anders, als geplant. Aus fast heiterem Himmel erreichte uns die Nachricht, dass Elias Just verstorben war. Ich will gar nicht weiter auf die Umstände seines Todes eingehen, stattdessen will ich kurz beschreiben, wie ich Elias kennen- und schätzen gelernt habe. Aufgrund unserer gemeinsamen Leidenschaft waren wir via Social Media schon länger in Kontakt gewesen, als ich Elias endlich auf einem der Kölner Photowalks persönlich getroffen habe. Ich war schon lange ein Fan seiner Arbeit, auch wenn ich nicht immer seine Bereitschaft zu kontroversen und provokanten Diskussionen teilte. Elias war ein echter Verfechter unseres Genres und nahm kein Blatt vor den Mund, wenn er beispielsweise in der Facebook-Gruppe recht scharf angegangen wurde. Diese bedingungslose Art, sich für die Streetfotografie einzusetzen, auch wenn das bedeutete, hier und da ein Tabu zu brechen, hat mir sehr imponiert … pure Leidenschaft und Liebe für die Streetfotografie. An jenem Samstag in Köln habe ich einen Menschen kennengelernt, den ich sehr gerne viel näher hätte kennenlernen wollen. Leider ist es bei dem einen persönlichen Treffen geblieben. Wir haben via Social Media noch viel Kontakt gehabt und zusammen an einem Projekt gearbeitet, dessen Ausführung letztlich umständehalber auch auf der Strecke blieb. Die Nachricht hat mich bzw uns sehr getroffen und den Aufenthalt in Berlin geprägt. Wir sind teils ziellos durch die Hauptstadt gelaufen, und Elias war irgendwie die ganze Zeit dabei.

Im April am Bahnhof in Arnhem, NL … die Portraitserie nimmt Fahrt auf

Im privaten Bereich gab es zwischenzeitlich auch eine sehr spannende Zeit. Ein Familienmitglied ist krank geworden, was die Sommerferien zu einer sorgenvollen und aufreibenden Zeit gemacht hat. Glücklicherweise ist diese Zeit relativ glimpflich abgelaufen, und sind die schlimmsten Befürchtungen nicht wahr geworden.

Mai in Berlin, eine überschattete Zeit

Der Sommer war ansonsten der Hammer. Ich weiß, dass ein solcher Sommer für viele Menschen große Nachteile hat. Die Folgen für die Landwirtschaft und die Schifffahrt auf dem Rhein sind schwerwiegend, selbiger ist jetzt langsam wieder als das zu erkennen, was er eigentlich ist, nämlich ein Fluss. Die Erkenntnis, dass der Klimawandel näher ist, als man manchmal denkt, sollte für uns alle Ansporn sein, darüber nachzudenken, was wir tun können, um unseren Beitrag an der Eindämmung der Erderwärmung zu leisten. Ich gebe aber unumwunden zu, dass ich die Trockenheit und den ständig blauen Himmel so sehr genossen habe …

Juni … der Photowalk Köln findet in der “verbotenen” Stadt platz … wir waren in Düsseldorf

Ich genieße, wie gesagt, auch diesen Moment des Schreibens. Die Erinnerungen an die Vergangenheit sind natürlich irgendwo auch die Basis für die Gegenwart. Ich will den Moment dann auch gleich nutzen und einen kurzen Ausblick in die noch ungeschriebene Zukunft wagen. Natürlich habe ich keine Ahnung, was kommen wird, aber Wünsche habe ich, auch im Bereich Fotografie. Ich wünsche mir als allererstes, dass es meiner Familie, meinen Freunden und allen Menschen auf der Welt gut gehen möge. Ich wünsche mir, dass die Menschen endlich zur Vernunft kommen und aufhören, einander und auszubeuten und Schaden zuzufügen.

Erster Ferientag im Juni, in Kleve, eine bemerkenswerte Begegnung

Fotografisch wünsche ich mir Weiterentwicklung, Erfolg für SoS und dass die Leserschaft des Strassengeiers wächst. Ganz besonders cool wäre es, wenn sich die Möglichkeit ergäbe, eine kleine Ausstellung auf die Beine zu stellen … naja, und die GRIII natürlich 😉 …

Im August die spannende Licht- und Schattensituation im Bahnhof von Arnheim, NL ausgenutzt, es war ziemlich früh

Ich belasse es hierbei und präsentiere statt eines ausführlichen Jahresrückblicks mein Lieblingsbild aus jedem Monat.

Im September … Schattenmonster gesichtet in Nijmegen, NL
Utrecht, NL, Oktober … noch immer unglaubliches Wetter

November – nochmals Arnhem, NL, Eisenbahnbrück am Bahnhof … für dieses Bild bin ich ziemlich oft unter dieser Brücke gewesen

Nijmegen im Dezember, auch für dieses Bild bin ich recht oft an diesem Platz gewesen und habe gewartet

Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, ich hoffe Euch gesund wiederzusehen.

Der Straßengeier

2018

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